BegleitwagenIm Rahmen ihrer wöchentlichen Ferien-Fahrradtouren besuchte der Sängerbund auch das Postmuseum in Rheinhausen. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Edwin Kraus, begrüßte die Gruppe aus Wiesental und führte sie durch die Räumlichkeiten.
An der Stelle, an der bereits die Römer einen Übergang über den Rhein hatten, steht der Gasthof „Alte Post". Die Geschichte dieses Hauses ist eng verbunden mit der 500-jährigen Geschichte der Reichspost: Maximilian I. wollte eine regelmäßige Kurierpost von Innsbruck nach Mecheln bei Brüssel einrichten. So beauftragte er die Familie Taxis aus Bergamo mit der Organisation seiner Post. Die neue Idee der Taxis war die Stafettenpost zu Pferde: Die reitende Bote hatte nicht den ganzen Weg vom Absender bis zum Empfänger zurückzulegen. Die Strecke von 1024 Kilometer wurde in Abschnitten von etwa 50 Kilometern eingeteilt.
Rheinhausen besitzt das älteste Postamt Badens. Eigentlich war nach dem Willen Maximilans die Stadt Speyer als Postort vorgesehen, weil aber die nicht wollte, bestimmte der Regent Rheinhausen an der Fähre zum Postort. Heute gilt der Brief Maximilians von 1490 als Geburtsurkunde der Reichspost.
1552 bauten die Taxis aus eigenen Mitteln das Posthaus, Mitglieder der Familie wohnten hier als Verwalter. Das heute noch erhaltene Mauerwerk der „Alten Post" geht auf das Jahr 1738 zurück, als Postmeister Rapp das zerstörte Gebäude auf den Fundamenten von 1552 erneuerte. Seit 1985 ist das Gebäude im Besitz der Gemeinde. Die geschmackvolle Innenausstattung erinnert an die Post in früheren Zeiten. Der ehemalige Pferdestall wurde zu einem Postmuseum umgestaltet. Am 14. Juli 1990 fand aus Anlass des 500. Geburtstages der Reichspost in und um das Posthaus in Rheinhausen ein großes Volksfest statt. Daran nahmen u.a. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, der Bundespostminister und weitere prominente Gäste teil.
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